Wichtige Einblicke:
- Die Wahrscheinlichkeit für die Unterzeichnung des CLARITY Act sank auf Polymarket auf 39 %, da Verzögerungen im Senat und ethische Bedenken den Gesetzentwurf belasteten.
- Trump gab für das Jahr 2025 Krypto-Einnahmen in Höhe von 1,4 Mrd. US-Dollar an, darunter 635 Mio. US-Dollar aus Lizenzverträgen für Meme-Coins.
- Elizabeth Warren erklärte, die Krypto-Gesetzgebung des Senats müsse verhindern, dass die Familie des Präsidenten von Kryptowährungen profitiert.
Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die derzeit im Senat behandelte Gesetzgebung zu Kryptowährungen solle verhindern, dass Präsident Donald Trump und seine Familie finanziell von digitalen Vermögenswerten profitieren. Ihre Äußerungen folgten auf Finanzoffenlegungen, aus denen hervorgeht, dass im Jahr 2025 mehr als 1,4 Milliarden Dollar an kryptobezogenen Einkünften mit Trump in Verbindung standen. Die erneut entfachte Ethikdebatte hat zudem die Erwartungen geschwächt, dass der CLARITY Act noch in diesem Jahr auf den Schreibtisch des Präsidenten gelangen wird.
Das CLARITY-Gesetz steht im Senat auf dem Prüfstand, während die Debatte um ethische Fragen an Schärfe gewinnt
Der CLARITY Act zielt darauf ab, einen Rahmen für die Marktstruktur digitaler Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten zu schaffen. Der Gesetzentwurf würde festlegen, wie die Aufsichtsbehörden den Kryptohandel, die Ausgabe von Token, Börsen und andere Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte überwachen. Er gehört weiterhin zu den wichtigsten Gesetzentwürfen zum Thema Kryptowährungen, die den Gesetzgebern in diesem Jahr vorliegen.
Nach jahrelangen Durchsetzungsmaßnahmen und Rechtsstreitigkeiten haben Gesetzgeber und Branchenverbände auf klarere Vorschriften gedrängt. Befürworter sind der Ansicht, dass der Gesetzentwurf Krypto-Unternehmen einen direkten rechtlichen Weg in den Vereinigten Staaten ebnen könnte. Kritiker fordern strengere Schutzmaßnahmen für Verbraucher, im Finanzbereich und in ethischer Hinsicht, bevor der Senat den Entwurf weiterverfolgt.
Warren fordert Begrenzung der Krypto-Gewinne von Trump
Warren erklärte, die dem Senat vorliegende Krypto-Gesetzgebung müsse den Präsidenten und seine Familie daran hindern, weiterhin von Kryptowährungen zu profitieren. Mit ihrer Stellungnahme rückte sie ethische Grundsätze in den Mittelpunkt der jüngsten Debatte um den CLARITY Act. Sie argumentierte zudem, dass Gesetzgeber keine Vorschriften für den Kryptomarkt erlassen sollten, solange Amtsträger von diesem Sektor profitieren.

Die Demokraten haben Bedenken geäußert, dass gewählte Amtsträger Vorschriften für digitale Vermögenswerte gestalten könnten, während sie finanzielle Verbindungen zu Krypto-Unternehmen unterhalten. Frühere Bemühungen, Beschränkungen für Krypto-Aktivitäten des Präsidenten, des Vizepräsidenten und der Kongressabgeordneten einzuführen, kamen im Bankenausschuss des Senats nicht voran. Dieser gescheiterte Vorstoß steht nun nach der Offenlegung der finanziellen Verhältnisse erneut im Fokus der Aufmerksamkeit.
Trumps Offenlegung erhöht den Druck auf den Krypto-Gesetzentwurf
In Trumps Finanzoffenlegung für das Jahr 2025 wurden Einnahmen in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar aus Krypto-Projekten ausgewiesen. Wie aus Krypto-Nachrichten hervorgeht, erhielten seine Unternehmen fast 800 Millionen US-Dollar von World Liberty Financial, einem Krypto-Unternehmen, das er gemeinsam mit seinen Söhnen gegründet hatte. Die Einnahmen umfassten den Verkauf von Token sowie den Verkauf von Anteilen an dem Unternehmen.
In der Offenlegung wurden zudem rund 635 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Trump-Meme-Coins aufgeführt. Weitere gemeldete kryptobezogene Einnahmen stammten aus dem Verkauf von World-Liberty-Token, dem Verkauf von World-Liberty-Aktien, dem Verkauf von Anteilen an Stablecoins, NFT-Aktivitäten von Melania Trump sowie aus dem Geschäft mit Sammlerstücken. Laut den im Bericht zitierten Angaben zur Offenlegung gab Trump zudem Bestände an Bitcoin und Ethereum an.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, wies Vorwürfe bezüglich Interessenkonflikten zurück. Sie erklärte, dass weder Trump noch seine Familie in Interessenkonflikte verwickelt gewesen seien. Zudem betonte sie, dass die Regierung im Interesse des amerikanischen Volkes gehandelt und gleichzeitig die Kryptowährungspolitik der USA unterstützt habe.
Prognosemärkte senken die Wahrscheinlichkeit für den CLARITY Act
Polymarket bezifferte am 1. Juli die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act im Jahr 2026 in Kraft tritt, auf 40 %. Dieser Wert stellte einen neuen Tiefststand auf dem Markt dar, da die Händler auf die Bekanntgabe und den strafferen Zeitplan des Senats reagierten. Der Rückgang deutete auf ein schwächeres Vertrauen in den Verabschiedungsprozess des Gesetzentwurfs in diesem Jahr hin.

Daten von Kalshi zeigten, dass sich die Wahrscheinlichkeit für die Verabschiedung des Gesetzes zur Struktur des Kryptomarktes innerhalb von 24 Stunden in einer Spanne von 36 % bis 44 % bewegte. Der Markt schätzte die Chancen für eine Verabschiedung im Juli zudem als sehr gering und die Chancen im August als begrenzt ein. Händler preisen nun einen langsameren Weg durch den Senat ein.
Der Zeitdruck im Senat hat eine weitere Hürde geschaffen. Die Vertagung der Kammer vor der Juli-Pause hat die verfügbare Sitzungszeit verkürzt. Traditionelle Banken, die Demokraten und Verfechter ethischer Grundsätze drängen weiterhin auf Änderungen, bevor der Gesetzentwurf der Abstimmung näher rückt.




